Wer kennt sie nicht, die Momente, in denen wir uns traurig, einsam oder niedergeschlagen fühlen? Stimmungstiefs gehören zu unserem Leben – wo Licht ist, da sind auch Schatten. Was aber, wenn die Schatten grösser werden und wir...
Treten drei oder mehrere dieser Symptome gleichzeitig und während mindestens 14 Tage auf, können sie auf eine depressive Erkrankung hinweisen. Die Depression ist individuell, wie der Mensch, der unter ihr leidet. Eine Depression unterscheidet sich von einem Stimmungstief. Wer depressiv ist, hat grosse Mühe im Alltag zu bestehen und soziale Kontakte zu pflegen. Arbeitsunfähigkeit kann eine Folge davon sein.
Bei der manisch-depressiven Krankheit (auch bipolare Störung genannt) wechseln sich depressive Phasen mit Phasen des Hochgefühls und der übermässigen Aktivität ab. Betroffene trauen sich alles zu, handeln unüberlegt und sind rastlos. Solche Phasen der Selbstüberschätzung können schwerwiegende soziale und/oder materielle Probleme zur Folge haben.
Die Ursachen einer Depression sind nicht vollumfänglich geklärt. Mögliche Auslöser einer Depression können anhaltender negativer Stress, belastende Lebenssituationen, traumatische Kindheitserlebnisse, Mobbing, Arbeitslosigkeit, der Tod eines geliebten Menschen, Alkohol- und Drogensucht und weitere Gründe mehr sein, etwa eine erbliche Komponente.
Viele depressive Menschen halten sich nicht für krank, sondern für Versager. Dabei ist die Depression aus medizinischer Sicht eine Krankheit. Viele Fachleute vermuten heute, dass für eine Depression unter anderem ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn (sogenannte Neurotransmitter) verantwortlich ist. In der Therapie werden deshalb auch Medikamente eingesetzt, welche dieses Ungleichgewicht im chemischen Haushalt des Gehirns wiederherstellen.
In der Schweiz leiden rund 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression. Die Krankheit erscheint in vielen Formen und ist daher oft nur schwer zu erkennen. So klagen Menschen gelegentlich über körperliche Probleme, die keine medizinische Ursache zu haben scheinen.
Unsere Gesellschaft ist noch stark in alten Denkmustern verhaftet. Eine breite Aufklärung über psychische Krankheiten ist notwendig. Der Verein EQUILIBRIUM ist in dieser Arbeit sehr stark engagiert. Helfen Sie durch ihre Unterstützung und ihre eigene Offenheit mit, das Tabu und das Stigma abzubauen. Sobald die Menschen im Umfeld des Betroffenen akzeptiert haben, dass die Depression eine sehr vielfältige aber «normale» Krankheit ist, öffnet sich der Weg zu Befreiung von Schuld und Scham. Der Kranke hat dadurch eine viel grössere Chance, gesund zu werden und wieder ans Licht zu kommen.
Depressionen sind behandelbar. Betroffene sind keine Versager. Angehörige von depressiven Menschen müssen wissen, dass eine Depression eine Krankheit im medizinischen Sinn ist. Wichtig ist, dass über Depressionen gesprochen wird.